Projekte – Menschenrechts- Demokratie- und Friedenserziehung

Menschenrechts- Demokratie- und Friedenserziehung

Menschenrechts- Demokratie- und Friedenserziehung

Zu diesem Themenbereich führt das SSG eine ganze Reihe von Projekten, Veranstaltungen und Seminaren durch, häufig auch in Zusammenarbeit mit externen Partnern, wie dem Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg, dem Partnerschaftsverein Charkiv-Nürnberg und dem Nürnbeger Amt für Internationale Beziehungen. Sie schärfen den Blick der beteiligten SchülerInnen für kommunale Strukturen und Institutionen über die Schule hinaus. Hier seien nur einige von ihnen genannt:

Seit 2007 gibt es am SSG einen AK Menschenrechte. Er arbeitet eng mit dem Menschenrechtsbüro der Stadt Nürnberg zusammen, der bundesweit ersten kommunalen Anlaufstelle für Menschenrechtsverletzungen. Regelmäßig beteiligen sich die TeilnehmerInnen des AK an Aktionen und Projekten, treffen namhafte Menschenrechtsaktivisten und arbeiten selbständig an Themen, die sie interessieren. Für das gesellschaftliche Engagement des AK wurde den SchülerInnen 2011 der Karl-Heinz-Hiersemann-Preis verliehen. Stellvertretend für die Vielzahl an Projekten und Veranstaltungen sind hier zu nennen:

  • Mitwirken an einer 45-minütigen Fernsehdokumentation des Bayerischen Rundfunks über den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis.
  • Begegnungen mit Zeitzeugen wie dem Friedensaktivisten Reuven Moskovitz oder mit Mitgliedern der Jury des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises, z.B. Rajmohan Gandhi (Enkel Mahatma Gandhis) und Maître Jacoby.
  • Lesung selbst verfasster Texte über prägende Kriegserlebnisse der Schülerfamilien anlässlich des Volkstrauertags und des Holocaust-Gedenktages 2010.
  • Diskussion mit Trägern des Nürnberger Menschenrechtspreises, z.B. mit Hollman Morris, über die Situation in Kolumbien, Zivilcourage und Menschenrechtsverletzungen weltweit.
  • Teilnahme an der Nürnberger Friedenstafel und Gestaltung von Info-Points, an denen Besucher der Tafel mit renommierten Menschenrechtsaktivisten in Konkakt kommen.
  • Regelmäßige Teilnahme am Nuremberg International Human Rights Film Festival und dem Filmfestival Türkei-Deutschland: Durch die Beschäftigung mit Filmen zu verschiedenen Themenbereichen werden die SchülerInnen besonders sensibilisiert und motiviert, die eigene Situation aber auch die Situation von Menschen anderswo auf der Welt kritisch zu reflektieren.
  • Diskussionsveranstaltung mit Mitgliedern der Untersuchungsausschüsse des Deutschen Bundestags und des Bayerischen Landtags zu den NSU-Morden.

Im Rahmen der Berlinfahrt haben die SchülerInnen des Sigmund-Schuckert- Gymnasiums nicht nur die Möglichkeit ihr in den Fächern Geschichte und Sozialkunde erworbenes Wissen über die Relevanz der Bundeshauptstadt zu vertiefen. Vielmehr geht es auch darum, die Jugendlichen für die Anforderungen einer globalisierten Welt zu sensibilisieren. So findet mittlerweile traditionell ein Freundschaftsspiel mit den elterlosen Migranten der EVIN e.V. statt. Hier stoßen unsere Schüler auf junge Menschen, die ohne Eltern in Deutschland „stranden“ und von diesem Verein unterstützt werden. Das gemeinsame Grillen im Anschluss öffnet manchem ein Fenster zu vollkommen anderen Lebenswelten. Ebenso ist Fahrt dahingehend ausgerichtet, dass die jungen Erwachsenen „einen Blick über den Tellerrand riskieren“ können.

Der Besuch der Gedenkstätte Flossenbürg sensibilisiert die Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen für die Folgen eklatanter Menschenrechtsverletzungen und motiviert sie so zum Einsatz für die Bewahrung von Menschenrechten. Durch die Beschäftigung mit den Lebensgeschichten der Gefangenen und ihrer Familien bekommen die Geschundenen und Verstorbenen ein Gesicht.

Regelmäßig beteiligen sich Klassen und AGs des SSG am Bundeswettbewerb für politische Bildung. Zum Thema konventionelles Hähnchenfleisch versus Bio- Hähnchen entstanden z.B. Plakate und ein selbst gefertigtes Radio-Feature als Wettbewerbsbeitrag.

Im Rahmen der Pol&IS-Simulation zur Internationalen Politik und Sicherheit beschäftigen sich Schüler ab der 10. Jahrgangsstufe jedes Jahr intensiv mit Aspekten der internationalen Friedenspolitik.

Ein politisches Großereignis fand im Schuljahr 2011/12 statt. „Quo vadis, Bundeswehr?“ fragten wir den Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, Christian Schmidt (CSU), Jens Hauschild, Militärpfarrer der Sanitätsakademie der Bundeswehr in München, Brigitte Lischka vom Bayerischen Roten Kreuz Nürnberg, und Hauptfeldwebel Frank Hartung, der gerade von einem Afghanistan-Einsatz zurückgekehrt war. Krieg in Afghanistan – Aussetzung der Wehrpflicht, das waren Themen, die die Gemüter der Anwesenden heftig erhitzten.

Das FACE-Treffen 2011 „Yes to respect – no to racism“ mit Jugendlichen aus 10 europäischen Ländern zum Thema Menschenrechte und die Teilnahme der gesamten Gruppe an der Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises an den iranischen Anwalt Abdolfattah Soltani war ein prägendes und unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten.

Im Juli 2013 führte das SSG in Kooperation mit dem Partnerschaftsverein Nürnberg-Charkiv eine Jugendbegegnung zum Thema „Kriegsgewalt und Menschenrechte: Nürnberger und Charkiver Schüler auf den Spuren einer gemeinsamen Vergangenheit“ durch. Nürnberger und Charkiver Schüler kamen in Charkiv zusammen, um die Erinnerungen an Krieg und Gewalteinwirkung während des 2. Weltkriegs im jeweiligen Familiengedächtnis aufzuzeichnen. Sie erfuhren, wie vor diesem Hintergrund die Menschenrechte formuliert und zum universalen Standard wurden. So wurden Ansatzpunkte für ein weiteres Engagement für Frieden und Menschenrechte in Ost und West entwickelt. Diese Begegnung wird im Juni 2014 in Nürnberg weitergeführt.