Schüleraustausch mit dem Honterus-Gymnasium in Brașov (Rumänien)

Bereits zum dritten Mal fand ein Schüleraustausch zwischen dem deutschsprachigen Johannes-Honterus-Gymnasium in Brașov (Kronstadt, Rumänien) und dem SSG statt. Im Oktober 2025 waren die rumänischen Gäste in Nürnberg zu Besuch. Gemeinsam erkundeten wir die Altstadt, machten einen Ausflug nach Bamberg und beschäftigten uns in einem Workshop im Dokumentationszentrum mit dem Thema Propaganda. Dazu kamen sportliche Aktivitäten und Teambuilding, bei denen wir uns besser kennenlernen konnten.

Vom 16. bis 23. April 2026 ging es dann endlich zum Gegenbesuch nach Rumänien.

Am Donnerstag ging es früh los. Um 4 Uhr aufzustehen war zwar anstrengend, aber mit dem Gedanken, dass wir endlich nach Brașov fliegen, war die Motivation direkt da. Schnell fertig gemacht, gefrühstückt und dann ging es auch schon zum Flughafen. Dort haben wir uns um 6 Uhr getroffen, eingecheckt und hatten danach noch etwas Zeit. Manche von uns haben die Zeit genutzt, um sich umzuschauen – und auch, um „ganz viele Parfüme auszuprobieren“. Im Flugzeug gab es dann direkt eine kleine Erleichterung: Ein freier Fensterplatz, was vor allem für diejenigen gut war, die ein bisschen Angst vor dem Fliegen hatten. Während des Flugs wurde viel geredet und Musik gehört – und gefühlt war die Zeit schneller vorbei als gedacht.

Nach der Landung in Brașov kam dann einer der schönsten Momente: das Wiedersehen mit den Austauschpartnern. Es gab sofort viel zu erzählen. Danach ging es in die Gastfamilien, wo wir mit leckeren rumänischen Spezialitäten empfangen wurden. Am selben Nachmittag ging es für einige noch auf Brașovs Hausberg Tâmpa. Von dort oben die Stadt zu sehen, war ein richtig schönes erstes Erlebnis.

Am Freitag trafen wir uns an der „Postwiese“ und fuhren mit einem Bus, in dem laute rumänische Musik lief, nach Prejmer (Tartlau) zu einer Kirchenburg aus dem 12. Jahrhundert. Drei rumänische Schülerinnen erzählten uns die spannende Geschichte der Kirchenburg und zeigten uns die Anlage: eine Kirche umringt von einer massiven Mauer mit Wehrgängen und Vorratskammern, die wir erkunden konnten. Den Nachmittag hatten wir zur freien Verfügung und fuhren in die Mall, wo wir uns mit anderen trafen und etwas essen gingen.

Das Wochenende verbrachten wir individuell in den Gastfamilien. Dabei entstanden ganz unterschiedliche Erlebnisse:

Am Samstag sind wir zusammen auf den Berg Tâmpa gewandert. Den Abend haben wir auf einer Familienfeier verbracht, wo wir gemeinsam Karten gespielt haben.

An Sonntag fand eine Parade zum Stadtfest namens „Junii“ statt, die sich einige von uns anschauten. Anschließend haben wir uns an einem See getroffen, wo wir Tretbooten gefahren sind. Denn Restlichen Tag waren wir noch mit weiteren Freunden meiner Austauschschülerin in der Mall.

Wieder andere gingen den Tag ruhiger an. Wir besuchten Großeltern und verbrachten dort den Tag im Garten unter Obstbäumen. Ein bisschen Action gab es dann doch in einem nahegelegenen Kletterpark, wo wir uns zwei in großer Höhe austoben konnten. Den Abend ließen wir bei den Großeltern am Grill ausklingen bis schließlich die Heimfahrt anstand.

Am Montag erkundeten wir gemeinsam die Stadt Brașov. Besonders beeindruckend war die Schwarze Kirche, die uns von einem Schüler des Honterus Gymnasiums gezeigt wurde. Danach gab es ein Treffen mit dem Schulleiter und eine Stadtrallye durch die Altstadt. Am Nachmittag ging es für viele noch in die Mall, bevor wir am Abend traditionelles rumänisches Essen probierten, zum Beispiel Sarmale und Mămăligă.

Der Dienstag war für viele ein Highlight. Es ging zu einem Bärenreservat, wofür wir zunächst ein Stück wandern mussten – ein gutes „Warm-up“ für den Tag. Vor Ort erfuhren wir viel über die Braunbären. Besonders eindrücklich waren ihre Geschichten, da viele von ihnen zuvor schlecht behandelt worden waren. Umso schöner war es zu sehen, wie sie dort jetzt leben. Am Ende adoptierten wir symbolisch einen Bären namens Timca, der dafür bekannt ist, seine blinde Partnerin zu beschützen.

Danach fuhren wir weiter zum Schloss Bran, das oft mit Dracula in Verbindung gebracht wird. Das regnerische Wetter sorgte für eine passende, leicht unheimliche Stimmung – auch wenn es letztlich gar nicht so gruselig war. Zum Abschluss des Tages gingen wir noch gemeinsam essen.

Am 23. April stand schließlich die Rückreise an. Der Abschied von den Gastfamilien fiel vielen schwer. Nach dem Einchecken ging es mit dem Flugzeug zurück nach Nürnberg. Der Flug verlief problemlos, und am Ende blieb vor allem ein Gefühl: Dankbarkeit für diese besondere Woche.

Insgesamt war der Austausch eine sehr wertvolle Erfahrung. Wir haben nicht nur ein anderes Land kennengelernt, sondern auch den Alltag in den Familien erlebt, neue Freundschaften geschlossen und viele gemeinsame Erinnerungen gesammelt. Genau das macht diesen Austausch so besonders.

 

Text: Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler

Organisation des Austausches: Herr Hanek, Frau McLoughlin, Frau Talkenberger

Der Schulaustausch erhält über den Bayerischen Jugendring Zuwendungen aus dem Kinder- und Jugendprogramm der Bayerischen Staatsregierung.