Unser Schulbär Timka – Vom Käfig in die Freiheit
Zwei Braunbären aus der Ukraine haben endlich eine neue Perspektive: Timka und Alisa leben seit 2020 im Wildtierrefugium in Zărneşti (Rumänien). Ihr Weg dorthin war jedoch lang und von viel Leid geprägt.
Die beiden mussten rund 2000 Kilometer zurücklegen, bevor sie in ihr neues Zuhause gebracht werden konnten. Ganze zwei Jahre dauerte es, bis alle rechtlichen Fragen geklärt waren und ihre Rettung möglich wurde. Als sie ankamen, war Timka 20 Jahre alt, Alisa 27. Beide hatten zuvor ein hartes Leben hinter sich: Timka lebte sein ganzes Leben in einem Zoo, Alisa wurde jahrelang in einem Wanderzirkus zur Unterhaltung eingesetzt. Sie ist blind und hat außerdem Probleme mit dem Gehör.
Gemeinsam mussten die beiden in einem kleinen Metallkäfig mit Betonboden leben. Dort wurden sie auch zur Zucht eingesetzt – ihre Jungtiere wurden später verkauft. Wie viele Junge Alisa zur Welt brachte und was aus ihnen wurde, ist bis heute unbekannt. Die Bedingungen waren schlecht: wenig Platz, kaum Hygiene und dauerhafter Stress.
Heute sieht ihr Leben ganz anders aus. Das Bärenreservat Zărneşti wurde 2005 gegründet und bietet misshandelten und geretteten Bären ein geschütztes Zuhause. Mehr als 130 Tiere haben, hier bereits ein neues Leben begonnen. Auch Timka und Alisa leben inzwischen in einem großen, naturnahen Gehege mit viel Platz, Ruhe und sogar einem eigenen Wasserbecken.
Schon kurz nach ihrer Ankunft zeigte Timka, wie sehr er die Natur vermisst hatte: Er wälzte sich sofort im Laub. Bis heute leben die beiden – sechs Jahre später – Seite an Seite im Reservat.
Auch das SSG hat einen Beitrag geleistet: Im Rahmen eines Schüleraustauschs mit dem Honterus-Gymnasium in Brașov haben wir das Bärenreservat besucht. Die Geschichte von Timka und Alisa hat uns sehr berührt. Durch eine Spende hat das SSG die Patenschaft für Timka übernommen. Damit ist er nun offiziell unser „Schulbär“. Die Unterstützung hilft dem Reservat, die Versorgung der Tiere zu sichern – zum Beispiel für Futter, medizinische Betreuung und die Pflege der Gehege.
Das Schicksal von Timka und Alisa zeigt, wie wichtig Tierschutz ist – besonders in Ländern wie Rumänien, wo Braunbären noch große natürliche Lebensräume haben. Im Reservat bekommen Tiere, die in der Wildnis nicht mehr überleben könnten, eine zweite Chance auf ein artgerechtes Leben. Und auch wir können durch unser Engagement dazu beitragen, dass solche Geschichten möglich werden.
Heike McLoughlin
