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Teilnehmerstimmen zum Jugendforum
Das diesjährige Jugendforum der bayerischen UNESCO-Projektschulen widmete sich dem Thema WELTERBE VERSTEHEN UND ANNEHMEN. In einer Zeit, in der Werte oft neu definiert und gewichtet werden, ist die Auseinandersetzung mit dem Erbe der Völker gerade für die junge Generation enorm wichtig, damit es erkannt, angenommen und geachtet werden kann. Dies war das zentrale Anliegen des 14. Jugendforums. Es war eine bereichernde und unvergessliche Veranstaltung für die vier TeilnehmerInnen des SSG, die gemeinsam mit UNESCO-Projektschul-Koordinatorin Regine Lorenz nach Würzburg gekommen und begeistert waren von der herzlichen Atmosphäre, den interessanten Gesprächen und instruktiven AGs und sich herzlich bei Maria Kauczok für die hervorragende Organisation bedanken!


Teilnehmer für das Sigmund-Schuckert Gymnasium: Christine Kirchhoff, Androniki Mertsiotaki, Lisa Heidenreich, Adrian Bock (von links nach rechts)

Stimmen der Teilnehmer:

Niki Mertsiotaki, 8a

Das Jugendforum war zum zweiten Mal ein tolles Erlebnis für mich, vor allem wegen der interessanten Workshops. Am Besten hat mir der Workshop ?Buchenwälder? gefallen. Ich wusste vorher nicht, dass die deutschen Buchenwälder zum Weltnaturerbe der UNESCO gehören. Wir sind zu einem Buchenwald in der Nähe von Würzburg gefahren, den wir in verschiedenen Gruppen erkundet haben. Meine Aufgabe war es, Umfang und Durchmesser der Buchen zu erfassen.


Lisa Heidenreich, 8d
Ich fand das Jugendforum zum wiederholten Male sehr interessant und informativ. Am Besten hat mir der Workshop ?Was ist Kultur?? gefallen. Dort habe ich unter anderem gelernt, dass, wenn sich zwei Personen aus unterschiedlichen Kulturkreisen treffen, sich niemals zwei Kulturen begegnen, sondern immer zwei Menschen.
Das Essen der Jugendherberge in Würzburg war sehr lecker. Auch die Betreuer waren sehr nett. Ich würde mich freuen, ein weiteres Mal im Jugendforum mitwirken zu dürfen. Ich fand es auch sehr toll, dass ich neue Freunde gefunden habe, mit denen ich in Zukunft in Kontakt bleiben werde.

Adrian, 9e
Es war spannend, neue Leute zu treffen, Freunde zu finden und vor allem die Arbeit in meinem Workshop ?Weltkulturerbe- außergewöhnliche Herangehensweise mit dem Medium Video? hat mir gefallen. Wir haben einen Film gedreht, der auf ungewöhnliche Weise die Bedeutung des Weltkulturerbes veranschaulicht.

Christine, 9e
Das Jugendforum war für mich ein besonderes Erlebnis. Man lernt viele neue Leute aus ganz Bayern kennen, auch aus verschiedenen Schularten. Es war erneut eine tolle Erfahrung, sich mit so vielen verschiedenen Menschen zu unterhalten, über ein Thema, mit dem sich vor allem Jugendliche öfters beschäftigen sollten. Das Jugendforum bringt uns Heranwachsenden Themen näher, die man durch Workshops intensiv kennen lernt. Dadurch wird einem bewusst, dass wir Verantwortung für unsere Zukunft übernehmen müssen, beispielsweise um die bedrohten Buchenwälder zu retten.


"Take the Lead!"
Vertreter der bayerischen UNESCO-Projektschulen bei internationaler Jugendkonferenz in Israel



Knapp 100 junge Erwachsene aus aller Welt kamen anlässlich der ersten internationalen Jugendkonferenz "Take the Leadership" in Jerusalem zusammen. Mit von der Partie war neben David Bergmann vom E.T.A.-Hoffmann-Gymnasium Bamberg und Ferdinand Elhardt von der Rudolf-Steiner-Schule Gröbenzell auch Alexandra Hufnagel vom Sigmund-Schuckert-Gymnasium Nürnberg. Zusammen mit Frau Lorenz nahmen sie als Vertreter der bayerischen UPS an dem viertägigen Treffen teil, das auf Einladung des israelischen Bildungsministeriums anlässlich des von der UNESCO ausgerufenen "internationalen Jahres der Jugend 2011" stattfand. Ziel der Veranstaltung war es laut Einladung, die Jugendlichen darauf vorzubereiten, Verantwortung und Führungspositionen zu übernehmen und Brücken des Wohlwollens, einer friedlichen und erfolgreichen Koexistenz der Nationen, zu bauen.

Wer glaubte, dass dabei auch der Konflikt zwischen Israel und Palästina angesprochen würde, sah sich leider enttäuscht. Trotzdem war die Vielfalt der angebotenen Programmpunkte beeindruckend. In Vorträgen, Arbeitsgruppen und einer Podiumsdiskussion, bei Feedback-Theater, Trommelworkshop und am Folkloreabend lernten wir nicht nur unsere israelischen Gastgeber und die Teilnehmer aus Großbritannien, Indien, Italien, Kazachstan, den Niederlanden, Österreich, Russland, Singapur, Thailand und den USA besser kennen, wir erfuhren auch, wie durch Motivation, Übernahme von Verantwortung und Einbeziehen von Anderen unsere Gesellschaft aktiv gestaltet werden kann. Nach den Vorträgen kamen durch Fragen der Konferenzteilnehmer oft sehr interessante Gespräche zustande. Zudem diskutierten wir untereinander über unsere Vorstellung von ?Leadership?, kamen so ins Gespräch und tauschten Ideen und Gedanken aus.

Auch die Kultur kam nicht zu kurz. Ein straffes Besichtigungsprogramm führte uns im Eiltempo durch Jerusalems Altstadt und von dort in die Knesset, wo der angekündigte Präsident Shimon Peres allerdings zur allgemeinen Enttäuschung nicht erschien. Eine Führung durch das Parlament und ein Gruppenfoto vor Chagalls eigens für die Knesset entworfenen Wandteppichen entschädigte uns dafür. Am Abend entführte uns eine Sound und Light Show am David Tower in die wechselvolle Geschichte Jerusalems. Eindrucksvoll war auch die Besichtigung der Klagemauer, wo eine feierliche Militärzeremonie einen fast grotesken Kontrast zu dem religiösen Monument darstellte.

Der Besuch in Yad Vashem war dagegen emotional sehr bewegend. Das architektonisch eindrucksvolle Holocaust-Museum ist didaktisch hervorragend aufbereitet. Einige Teilnehmer mussten die Führung auf Grund ihrer Emotionen vorzeitig abbrechen und den deutschen Jugendlichen wurden viele Fragen gestellt. Durch Zufall lernten wir später in unserem Hotel einen Holocaust-Überlebenden und israelischen Friedensaktivisten kennen. Reuven Moskovitz, u.a. Träger des Aachener Friedenspreises 2003, schilderte uns in einem hochinteressanten Gespräch seine Ansichten über die israelische Siedlungspolitik. Er empfindet Anerkennung für die Deutschen in ihrem Bemühen, ihre geschichtliche Last aufzuarbeiten und möchte sie ermutigen, ihre Zurückhaltung zu überwinden und ihre Verantwortung zu erkennen, heute überall dort Unrecht zu bekämpfen, wo es geschieht - auch in Israel.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Jugendkonferenz für alle Beteiligten ein unvergessliches und äußerst lehrreiches Erlebnis war. Auch wenn wir uns mehr Offenheit hinsichtlich des israelisch-palästinensischen Konflikts gewünscht hätten, waren wir begeistert von der Gastfreundschaft der Israelis, dem interessanten kulturellen Austausch und dem umfangreichen Programm. Im nächsten Jahr soll die zweite internationale Jugendkonferenz in Israel stattfinden. Wir wären gerne wieder dabei!
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