Ein Projekttag der achten Klassen zum Thema: Suchtprävention
Fast alle Jugendlichen sind in irgendeiner Form suchtgefährdet. Das ist auch kein Wunder, wachsen sie doch in einer Welt auf, in der ihnen Fernsehen, Zeitschriften, Filme und vor allem die Werbung den selbstverständlichen Umgang mit Alkohol und anderen Suchtmitteln vorführen. Auch Freunde und Erwachsene übermitteln ihnen die Botschaft, dass man mit Hilfe von Medikamenten, Alkohol oder Zigaretten Schwierigkeiten leichter überwindet, beliebter ist und mehr Spaß hat.
Jugendliche zwischen 12 und 15 sind am meisten gefährdet, Alkohol, Tabak oder Haschisch zu probieren. Es ist in diesem Alter und unter dem Druck der Gruppe nicht leicht, den Versuchungen zu widerstehen und bei seinem eigenen Standpunkt zu bleiben.
Daher hat ein Lehrerteam, Frau Kleiber, Frau Lund, Frau Schnell, Herr Dr. Klinger, Herr Pugler und Herr Geisdörfer einen Projekttag zu diesem Thema entworfen, der in jedem Schuljahr für die 8. Klassen stattfindet. Wir möchten damit die Bemühungen der Eltern unterstützen, ihr Kind möglichst gesund und frei von Sucht aufwachsen zu lassen. Wir hatten uns mit den am weitesten verbreiteten Suchtmitteln Alkohol und Tabak beschäftigt, aber auch Medikamente, Haschisch und Essstörungen waren Thema.
Frau Lorenz lädt als neue Beauftragte für Suchtprävention Mitarbeiter der Polizei und der Suchtberatung der Stadt Nürnberg ein, die die Schüler über mögliche Auswirkungen des Missbrauchs von Suchtmitteln auf die körperliche und seelische Gesundheit und auf die sozialen Beziehungen informieren. Auch die Klärung rechtlicher Fragen spielt eine Rolle. In Gesprächen mit Betroffenen und ehemals Abhängigen können die Jugendlichen sich über Ursachen und Auslöser von Suchtverhalten klar werden. Es ist für die Schüler sehr beeindruckend, dies sozusagen aus erster Hand z. B. von Mitgliedern der ?Anonymen Alkoholiker?, Mitarbeitern der Caritas und des Kreuzbundes, Pflegern der Entgiftungsstation des Klinikums Nord oder ehemals magersüchtigen Jugendlichen zu erfahren.
Mit speziellen Unterrichtseinheiten versuchen wir die Jugendlichen zu befähigen, illegale Suchtmittel zu meiden, einen kontrollierten Umgang mit Alkohol als Genussmittel anzustreben, möglichst Nichtraucher zu bleiben, Medikamente nur nach den Empfehlungen eines Arztes zu nehmen, Essen bewusst und vernünftig zu genießen und mit Vergnügungen wie Computerspielen maßvoll umzugehen. Dazu lernen sie in verschiedenen Übungen, Rollenspielen und Gesprächen Situationen zu bewältigen, in denen Suchtmittel angeboten werden, und wie sie solche Angebote ablehnen können. Außerdem sollen sie sich mit ihren Wertvorstellungen und Zielsetzungen auseinandersetzen, um bewusst mit ihren körperlichen und seelischen Bedürfnissen umzugehen.
Natürlich sind solche Ziele nur mit Unterstützung durch das Elternhaus zu erreichen. Das SSG möchte dazu jedenfalls auch in den kommenden Jahren wieder seinen Beitrag leisten!
O. Kleiber
