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Schulphilosophie des Sigmund-Schuckert-Gymnasiums Nürnberg

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Bildung ist der Schlüssel zu einem verantwortlichen und selbstbestimmten Leben Bildung ist mehr als das Vermehren von Wissen Bildung zielt auf den ganzen Menschen

Schulphilosophie: Lehrerversion

Unser Ausgangspunkt

Das Sigmund-Schuckert-Gymnasium verpflichtet sich zusammen mit Schülern, Eltern, Lehrern und außerschulischen
Partnern einem Bildungsideal, das den Menschen in seiner ganzen Person ernst nimmt
und seine verschiedenen Fähigkeiten vielseitig fördert. In der Verbindung von persönlicher und sozialer
Anerkennung und Förderung sehen wir die entscheidende Grundlage für die Entwicklung einer selbstbewussten,
kreativen und sozialen Persönlichkeit.

Unser Vorbild

Das Sigmund-Schuckert-Gymnasium kann sich dabei auf seinen Namensgeber Sigmund Schuckert beziehen.
Der Nürnberger Unternehmer und Mitbegründer der Firma Siemens legte bereits mit seiner Ausbildung
die Basis für den späteren Erfolg und vereinte auf beeindruckende Weise Innovationskraft, Kreativität
und soziales Bewusstsein mit einem starken Charakter.

Unsere Vorstellung von Bildung

Ganzheitliche Bildung verbindet aus unserer Sicht Verstand, Gefühl, Kreativität, Sozialverhalten und Körpererfahrung.
Wir fördern wissenschaftliches und problembewusstes Denken; wir ermuntern zu phantasievoll-
kritischer Auseinandersetzung mit Denkmustern, die den Einzelnen in seiner Entfaltung behindern;
wir erwecken eine zweckfreie 'poetische' Gegenwelt durch musisch-künstlerische Praxis; wir ächten sozialfeindliches
Verhalten und setzen auf die Tragfähigkeit mitmenschlichen Umgangs; wir verhelfen Schülerinnen
und Schülern zur Erfahrung ihrer körperlich-geistigen Leistungsfähigkeit und zur Achtung ihres
Körpers; wir geben Raum für selbstverantwortete Aktivitäten und eigenständiges Arbeiten; wir erziehen
zu Reflexionsfähigkeit, Eigenständigkeit, Toleranz und Respekt sowie Selbstbewusstsein und Selbstbehauptung.

Unsere Vorstellung von Unterricht

Unser Unterrichtsverständnis zielt darauf ab, die Verbundenheit aller Fächer - ob naturwissenschaftlich,
musisch-künstlerisch oder geisteswissenschaftlich - zu verdeutlichen. Auf diese Weise wollen wir die
Schülerinnen und Schüler dazu befähigen, die grundlegende Vernetztheit aller gegenwärtigen und geschichtlichen
Lebens- und Denkprozesse in Gesellschaft, Kultur, Wissenschaft/Technik, Wirtschaft und
Politik zu verstehen. Mit Hilfe der erworbenen fachlichen und fächerübergreifenden Kompetenzen sollen
sie in der Lage sein, komplexe Fragestellungen zu erfassen und mögliche Bewältigungsstrategien auf
unterschiedlichen Ebenen zu entwickeln.

Unsere ethische Grundlage

Die Befähigung Geschichte und Gegenwart zu verstehen und eigenverantwortlich an gesellschaftlichen
Prozessen teilnehmen zu können, setzt den Bezug auf gemeinsame Werte voraus, ohne die Unterricht
und Erziehung unverbindlich und wirkungslos bleiben.
Deshalb orientiert sich das SSG ausdrücklich an den Menschenrechten als der entscheidenden Grundlage
des gesamten schulischen Miteinanders. Das SSG solidarisiert sich dabei mit dem Engagement der
Stadt Nürnberg für die Achtung und Förderung der Menschenrechte.

Schulphilosophie: Schülerversion

Unser Ausgangspunkt

Wir verbringen in der Schule viel Zeit, die wir nützen möchten, um etwas für das Leben zu lernen. Dazu
sollen Lehrer, Eltern, Schüler und auch Leute, die nichts direkt mit der Schule zu tun haben, beitragen.
Wir wünschen uns, dass unsere Lehrer nicht nur unsere Schwächen, sondern auch unsere Stärken sehen.
Es ist uns wichtig, dass Sie nicht nur unsere schulischen Leistungen, sondern uns selbst ernst nehmen,
damit wir uns zu einer kreativen, sozialen und selbstbewussten Persönlichkeit entwickeln können.

Unser Vorbild

Sigmund-Schuckert, der Mitbegründer der Firma Siemens und Namensgeber unserer Schule, ist unser
Vorbild. Er war selbstbewusst, sozial und erfolgreich. Es war ihm wichtig, an der Weiterentwicklung der
Welt mitzuwirken. Dazu reiste er schon als junger Mann bis in die USA, um alles über den damaligen
Stand der Elektrotechnik zu lernen. Mit der Erfindung der Bogenlampe sorgte er für die Elektrifizierung
Nürnbergs.

Unsere Vorstellung von Bildung

Wir glauben, dass es in der Schule nicht nur um auswendig gelerntes Wissen gehen kann. Wir möchten
wissen, was der Unterrichtsstoff für uns selber bedeutet und warum er für uns und unser Miteinander
wichtig ist. Wir möchten unsere Phantasie in den Unterricht einbringen und unseren Körper spüren lernen.
Wir wollen wissen, wie die Wissenschaft das Leben erklärt, um Probleme selbstständig lösen zu
können. Wir möchten daran erinnert werden, unseren eigenen Weg zu gehen, anstatt Mitläufer zu sein.
Wir möchten herausfinden, was uns Spaß macht und uns mit Dingen beschäftigen, die wir selbst interessant
finden, anstatt stumpfsinnig die Zeit zu verschwenden.
Wir lehnen unsoziales Verhalten an unserer Schule ab und möchten mehr auf die Tragfähigkeit mitmenschlichen
Umgangs setzen. Uns ist wichtig zu verstehen, wie man auf die eigenen körperlichen und
geistigen Fähigkeiten achtet und sie fördert, um daran erinnert zu werden, wozu wir fähig sind. Wir möchten
uns selbstständig in der Schule engagieren und Verantwortung für das Schulleben übernehmen. Wir
wollen Menschen werden, die das Nachdenken schätzen, die in Gruppen und auch alleine arbeiten können,
die andere Menschen und Kulturen achten und respektieren, die sich ihrer eigenen Persönlichkeit
bewusst sind und diese auch vertreten.

Unsere Vorstellung von Unterricht

Wir wollen verstehen, inwiefern das, was wir in den einzelnen Fächern lernen, auch in anderen Fächern
von Nutzen sein kann. Dadurch können wir erkennen, dass alles, was auf unserer Welt passiert, zusammenhängt,
auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht, als ob die Vorgänge in der Gesellschaft, in der
Politik, in der Wirtschaft oder in der Wissenschaft nichts miteinander zu tun haben. Wenn wir gelernt haben,
wie man in den verschiedenen Bereichen des Lebens arbeitet, und die Querverbindungen durchschauen,
können wir auch auf die schwierigsten und kompliziertesten Fragen Lösungen und Antworten
finden.

Unsere Ethische Grundlage

Wenn wir unsere Geschichte und unsere Gegenwart verstehen wollen, um aus Fehlern zu lernen, die
andere vor uns gemacht haben, müssen wir uns darüber klar werden, was im Leben wirklich wichtig ist,
damit wir Verantwortung für unsere Welt übernehmen können, um etwas zu verändern.
Wirklich wichtig ist uns über den schulischen Erfolg hinaus die Achtung der Menschenrechte als Grundlage
unseres gesamten Schullebens.
Wenn man an die eigene Vergangenheit denkt und weiß, dass in der Zeit des Nationalsozialismus in
Nürnberg die Reichsparteitage der Nazis stattfanden, halten wir es für besonders wichtig, dass wir uns
als eine Nürnberger Schule für die Achtung und Förderung der Menschenrechte einsetzen, wie das auch
die Stadt Nürnberg selber seit vielen Jahren tut.

Der Prozess

Nach einem ca. einjährigen Vorlauf verabschiedet das SSG
diese Schulphilosophie in der Lehrerkonferenz am 13. Feb. 07.
Das SSG bekennt sich zu einem ganzheitlichen Menschenbild,
das die Schülerinnen und Schüler in ihrer ganzen Person wahrnimmt,
fördert und würdigt.
Wir vertreten ein ebenso ganzheitliches Unterrichtskonzept,
das die Vernetztheit aller Fächer kenntlich macht. Die Schülerinnen
und Schüler sollen auf diese Weise besser verstehen,
was die im Unterricht gelernten Inhalte für sie selbst und ihr Leben
in einer immer komplexeren Gesellschaft bedeuten.
Wir halten Bildung ohne Wertorientierung für bedenklich. Deshalb
soll der Respekt vor der der Würde des Anderen die
Grundlage allen schulischen Miteinanders bilden.
Wir beziehen uns dabei ausdrücklich auf das Menschenrechtsengagement
der Stadt Nürnberg.
Die Schulphilosophie wurde im Kollegium, im Schulforum, im
Elternbeirat und unter den Klassensprechern diskutiert und angenommen.
Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe erstellten eine Schülerversion.

gez. OStD D. Prankel
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